1000 Fragen an dich selbst #2

21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken?
Inzwischen nicht mehr.

22. Welche Tageszeit magst du am liebsten?
Schlafenszeit.

23. Kannst du gut kochen?
Ja.

24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?
Keine Ahnung!

25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht?
Im Dezember habe ich einen Tag krank im Bett gelegen.

26. Warst du ein glückliches Kind?
Ich würde gerne mit voller Überzeugung „Ja.“ schreiben.

27. Kaufst du oft Blumen?
Nein. Für mich sind Schnittblumen tote Lebewesen.

28. Welchen Traum hast du?
Meinen Master machen.

29. In wievielen Wohnungen hast du schon gewohnt?
In drei Wohnungen und zwei Häusern.

30. Welches Laster hast du?
Zu viel Kaffee.

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Die jungen Jahre von J.M. Coetzee. Dieses Buch habe ich gelesen, da die Autobiographie einige Überschneidungen mit dem Lebenslauf meines Onkels (der Bruder meines Vaters) aufweist. Das ist auch der Grund, warum ich es zu Ende gelesen habe, worüber ich schlussendlich doch dankbar bin, da ich im letzten Kapitel einen Gedankenanstoß für mich gefunden habe.

Hörst du, wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald von Peter Wohlleben. Dieses Buch habe ich meinen Kindern vorgelesen. Ich kann es sehr empfehlen!

32.Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?
Am Freitag habe ich der Frisörin zu freie Hand gelassen und so sind meine Haare zu kurz geraten. (In einem Monat ist das aber wieder nachgewachsen.)

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?
Da ich mit meinem Mobiltelefon so gut wie nie telefoniere, eigentlich nicht. Ich bin aber von den anderen Funktionen abhängig.

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto?
Zu wenig.

35. In welchen Laden gehst du gern?
In Buchläden.

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?
Ein Kölsch.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen?
Ja.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?
Ich möchte mich nicht selbstständig machen. Wenn ich müsste, wahrscheinlich im Bereich Marketing. Wenn ich talentiert wäre, als Buchautorin.

39. Willst du immer gewinnen?
Nein.

40. Gehst du in die Kirche?
Im Dezember war ich in der Kirche, da meine Tochter mit dem Schulchor aufgetreten ist. Bei solchen Gelegenheiten gehe ich in die Kirche, sonst nicht.

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1000 Fragen an dich selbst #2

1000 Fragen an mich selbst #1

1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?
Ich war in Mutter-Kind-Kur.

2. Mit wem verstehst du dich am besten?
Ich denke, mit meinem Mann.

3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit?
Prokrastination. (Hier die Antwort darauf, warum ich demnächst als Wunder Women am Rechner sitze.)

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?
Ich liebe Situationskomik. Witze vergesse ich viel zu schnell.

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?
Ich weine nicht, wenn andere dabei sind. Die Antwort lautet also: JA!

6. Woraus besteht dein Frühstück?
Kaffee mit einem Schuss Milch. In der Woche esse ich zum Frühstück Quark mit Früchten, am Wochenende Brötchen mit Butter.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?
Meinem Mann.

8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?
Während der Mutter-Kind-Kur ist mir eingefallen, dass ich wie meine Mutter gerne Postkarten verschicke. (Hier würde ich gerne schreiben: In gar keinem.)

9. Was machst du morgens als erstes?
Mich aus dem Bett quälen.

10. Kannst du gut vorlesen?
Ja, ich kann gut und lange vorlesen.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?
Ich habe in meinem ganzen Leben nicht an den Weihnachtsmann geglaubt.

12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen?
Dazu habe ich keine Pläne.

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?
Gelassenheit.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Es gibt keine.

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?
Vor zwei Jahren war ich mit den Vorschulkindern und zwei Erzieherinnen im Phantasialand.

16. Wie alt möchtest du gerne werden?
Keine Ahnung! Ich wünschen mir zu sehen, wie meine Enkelkinder groß werden, was voraussetzt, dass es Enkelkinder geben wird. Die Überlegungen dazu überlasse ich voll und ganz meinen Kindern… Und ich möchte bitte entweder einfach tot umfallen oder während des Schlafs sterben.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?
An keinen. Ich bin sehr gerne Zuhause.

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?
Verzehrend.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen?
Nach 40 Jahren habe ich mich an meinen Namen gewöhnt. Körperliche Schmerzen verursacht es mir, wenn mich jemand in der Koseform meines Namens anspricht! (Ich mag es nicht, dass mein Vorname der zweite Vorname meiner älteren Schwester ist.)

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?
Wenn ich an Hausarbeiten schreibe und ganz besonders, wenn ich an meine Bachelorarbeit denke, für die ich noch kein Thema habe, noch nicht mal eine Idee, die ich aber ab April schreiben will. AHAHAHAHA!

1000 Fragen an mich selbst #1

Mein Jahresrückblick 2017

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Ich halte nichts davon, ein Jahr zu bewerten. Es gab sicherlich bessere Jahre in meinem Leben, aber jetzt in diesem Moment, bin ich zufrieden und das ist, was für mich zählt.

Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Weder noch.

Mehr Geld oder weniger?
Weniger.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr.

Der hirnrissigste Plan?
Ich schaffe das alleine.

Die gefährlichste Unternehmung?
Die gefährlichste Unternehmung steht mir bevor. Ich fahre mit meinen Töchtern am 3. Januar in Mutter-Kind-Kur. Ich weiß, dass ich gute Gründe hatte, sie zu beantragen, ich kann mich aber gerade nicht an sie erinnern. Nach meinen Erfahrungen mit der Reha 2014 überwiegt momentan ein starkes Unbehagen, wenn ich an die Mutter-Kind-Kur denke.

Die teuerste Anschaffung?
Ein Notebook.

Das leckerste Essen?
Weihnachtsplätzchen.

Das beeindruckendste Buch?
Überlebensglück von Oskar Negt
Nussschale von Ian McEwan
Ich habe im März Lesungen von Oskar Negt und Ian McEwan besucht. Oskar Negt hat mich nachhaltig beeindruckt.
Der Prozess und Die Verwandlung von Franz Kafka

Der ergreifendste Film?
Nicht alles schlucken – Ein Film über Krisen und Psychopharmaka. Sehr empfehlenswert!
Der Dunkle Turm.

Die beste Serie?
Hap and Leonard

Die beste CD?
Hidden Beauty von Triosence

Das schönste Konzert?
Joey Alexander im Grillo Theater Essen
Triosence im Pantheon Theater Bonn

Die meiste Zeit verbracht mit…?
meinen Kindern.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
meiner Familie und Freundinnen.

Vorherrschendes Gefühl 2017?
Sehnsucht.

2017 zum ersten Mal getan?
Alleine gewohnt.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
In unser Haus gezogen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Schulprobleme.
Orientierungslosigkeit.
Zweifel.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich davon, dass ich mit mir und meinem Leben zufrieden sein kann.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Verbündete: Ein Handbuch für Partnerinnen und Partner von Überlebenden sexueller Gewalt. (Nicht das schönste, aber ein sehr, sehr wichtiges.)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Dasein, zuhören und Hilfe anbieten.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Komm, lass es uns den Kindern sagen.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Ich liebe dich.“

Besseren Job oder schlechteren?
Weder noch.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Ein Schnittmuster.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Mehrere Erkältungen.

Davon war für Dich die Schlimmste?
Erkältungen sind nervig, aber nicht schlimm.

Dein Wort des Jahres?
Vertrauen.

Dein Unwort des Jahres?
Grundschule.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
READ ON MY DEAR, READ ON.

Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
Ein Thema für meine Bachelorarbeit finden und sie schreiben.

2017 war mit 1 Wort…?
Turbulent.

Mein Jahresrückblick 2016

Mein Jahresrückblick 2017

Schwarz im Dezember #12coloursofhandmadefashion

Im Januar startete die Aktion #12coloursofhandmadefashion mit grün. Das genähte Halstuch gefällt mir sehr, ich habe es aber leider nur ein- oder zweimal getragen.

Ich habe jeden Monat verfolgt, welche Farbe von Selmin ausgewählt wurde und welche Kleidungsstücke entstanden sind. In den vergangenen zwölf Monaten habe ich gelernt, dass ich mich in drei Farben wohl fühle: blau, grau und schwarz. Es war eine interessante und bereichernde Erfahrung mich mit den von Selmin ausgewählten Farben zu beschäftigen, auch wenn sich meine Farbkomfortzone dadurch nicht erweitert hat.

Im Dezember habe ich mich für einen schwarz-weißen Stoff entschieden und schnell war mir klar, dass ich daraus meine zweite Coco nähen werde. Dieses Schnittmuster ist für mich perfekt, es ist schnell und einfach zu nähen und die Länge und Form des Kleides gefallen mir sehr gut. Es ist ein Kleid ohne jeglichen Schnickschnack und somit durfte das Muster des Stoffs für meine Verhältnisse sehr auffällig sein. Ich bin absolut zufrieden mit dem Ergebnis, das sich ganz wunderbar mit meiner Frau Ava aus dem November kombinieren lässt.

Danke, Selmin, für diese tolle Aktion!

Schwarz im Dezember #12coloursofhandmadefashion

Skeptizismus

Ich schreibe an einer Hausarbeit. Eigentlich… Denn ich schiebe das Schreiben vor mir her. Studieren zu können ist für mich traumhaft, aber Hausarbeiten sind ein Albtraum. Bisher habe ich nicht verstanden, warum das so schwer für mich ist. Vielleicht gibt es keinen Grund… oder die Qualen gehören für mich zum Schreiben dazu. Und wenn ich an meiner Arbeit nicht weiterkomme, dachte ich mir, kann ich hier etwas schreiben, was mir ebenfalls nicht einfach fällt. Die Worte aus meinem Kopf zu bekommen, ist tatsächlich häufig wie eine Art Kopfgeburt.

Das heutige Thema Skeptizismus – meine Gedanken, meine Erfahrungen, meine Schwierigkeiten.

Meine Tochter fragte mich: „Mama, woher weiß ich, dass die anderen Menschen keine Roboter sind?“ Ich liebe es, wenn meine Kinder solche Fragen stellen. Meine Antwort: „Das ist eine sehr gut Frage! Du kannst immer nur von dir selbst mit Sicherheit etwas wissen. Du weißt, dass du ein Mensch bist. Du weißt, dass du Gefühle hast. Aber was andere Menschen denken, was sie fühlen, wie sie fühlen, dass kannst du nicht wissen. Aber du hast sehr viel Mitgefühl und du kannst dir das alles vorstellen. Du kannst mitfühlen. Wenn du ein Kind siehst, das weint, dann kannst du erkennen, ob es dies aus Freude oder Traurigkeit tut und du kannst es nachfühlen. Glaube daran, dass alle Menschen Menschen sind.“

Ich bin aufgrund meiner Kindheit viel zu lange in meinem Leben eine Zweiflerin, eine Skeptikerin gewesen.

„Der Skeptizismus ist nicht die Entdeckung einer Unzulänglichkeit des menschlichen Wissens, sondern die Entdeckung der Unfähigkeit, den anderen anzuerkennen.“ (aus: Wo ich ende und du beginnst: Getrenntheit und Andersheit bei Stanley Cavell von David Gern, Seite 121)

Ich habe nie an dem Gefühl gezweifelt, nicht gut genug zu sein. Ich war mir sicher, dass es viele Gründe gibt, mich nicht mögen zu können. Es war sehr einfach zu glauben, dass ich nicht ausreiche. Es ist mir schwer gefallen, Vertrauen zu haben. Ich habe es trotzdem geschafft, Menschen zu finden, denen ich vertraue. Das war aber bei jedem einzelnen ein langer Weg. Ein Abwegen, ein Prüfen. Kann ich das Risiko eingehen, mich diesem Menschen zu öffnen? Es war mir oft unbegreiflich, dass dort ein Mensch ist, der mich mag, so wie ich bin. Und es war ein Kampf mir einzugestehen, dass ich diesen Menschen auch mag.

Die bereichernste Erfahrung war die Geburt meines Sohnes. Das erste Mal in meinem Leben liebte ich, einfach so. Da war kein Zweifel, kein Kampf, kein Hinterfragen. Und die glücklichsten Momente waren die Geburten meiner Töchter, die ich auch vom ersten Moment liebte. Einfach so. Bedingungslos.

Skeptizismus

Meine Therapie-Erfahrungen Teil 1

Ich habe eine Hausarbeit einer jungen Studentin gelesen, die sich u.a. mit dem Thema beschäftigt, wie Psychotherapie in Filmen dargestellt wird. Sie verweist auf eine Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Darstellungen keinen Bezug zur heutigen Realität haben. Die Heilung eines von einer psychischen Erkrankung Betroffenen erfolgt in Filmen entweder durch Liebe oder Katharsis. Im ersten Fall verlieben sich TherapeutIn und  PatientIn und die Heilung erfolgt durch die Liebe zueinander. Im zweiten Fall kehren plötzlich die Erinnerungen des Patienten/ der Patientin an ein traumatisches Erlebnis dank des Therapeuten/ der Therapeutin zurück. Der Patient/ die Patientin ist damit direkt geheilt. (Als Beispiel fällt mir gerade der Film Herr der Gezeiten ein.)

Diese Darstellung in Filmen prägt unbewusst die Vorstellungen und Erwartungen, die der Zuschauer/ die Zuschauerin von einer Therapie und deren Verlauf entwickelt.

Vor ca. 4 Jahren und 6 Monaten las ich einen Spruch, so ähnlich wie der im Header. Ich war fest entschlossen, etwas in meinem Leben zu ändern und hatte die Erwartung, dass diese Änderungen schnell sichtbar werden würden. Ich hatte die Vorstellung, dass allein der Entschluss etwas zu ändern, ausreicht um „diese Gefühl“ nie wieder zu haben. Was passierte tatsächlich? Ich setzte mich mit dieser Erwartung noch stärker unter Druck, dass ich es alleine schaffen werde, mein Leben zu ändern. Es ging mir mit der Zeit immer schlechter.

Es dauerte weitere Monate bis ich im August 2013 zu meinem Hausarzt ging, um mit ihm über die Möglichkeiten einer Psychotherapie zu sprechen. Ich weiß noch genau, wie schlecht es mir im Wartezimmer ging, weil ich Angst hatte, dass er mich nicht ernst nehmen würde, dass er mich wegschickt. Ich empfand es als Niederlage, es nicht alleine zu schaffen. Es war unsagbar schwer für mich, zugeben zu müssen, dass ich Hilfe brauche. Und das ist alles furchtbar! Das ist so einfach absolut falsch! Angst davor zu haben, nach Hilfe zu fragen, ist einfach nicht richtig! Ein Hausarzt/ eine Hausärztin, der seinen Patient/ seine Patientin nicht ernst nimmt, ist kein guter Hausarzt/ keine gute Hausärztin! That’s it!

Mein Hausarzt gab mir eine Verordnung und die Telefonnummer der Zentralen Informationsbörse Psychotherapie, die darüber Auskunft geben kann, welche Praxis über freie Kapazitäten verfügt.

Am 3. September 2013 hatte ich das Erstgespräch bei der Therapeutin, über die ich bereits hier geschrieben habe. Leider war sie als Therapeutin für mich absolut ungeeignet und ich brauchte anschließend lange Zeit, um den Mut für eine zweite Therapie zu sammeln.

Was will ich damit eigentlich sagen? Es braucht Zeit. Ich habe 36 Jahre lang „diese Gefühle“ gehabt und es dauerte 4 Jahre und 3 Monate bis ich merkte, dass sie sich gelöst haben. Heute mit 40 Jahren weiß ich das. Mein Entschluss stand am Anfang, erst danach waren für mich Veränderungen möglich. Langsam, nach und nach.

Auch wenn die Medien und das persönliche Umfeld suggerieren, dass eine plötzliche Heilung möglich ist, zeigt dass nicht die Realität.

 

Meine Therapie-Erfahrungen Teil 1

Scheinriese

Vor kurzem war ich auf einem Jazz-Konzert. Mich interessierte der Auftritt des Hauptacts und ich war absolut begeistert davon.  Der Opener war das Tamara Lukasheva Quartett, dessen Musik auch gut war, aber mich nicht mitgerissen hat. Die Musikerin und Sängerin Tamara Lukasheva erzählte zu jedem der Lieder ihre Gedanken.

Sie erzählte von einem Besuch in ihrer Heimatstadt Odessa. Dort steht ein Fabrikgebäude, das ,seitdem sie sich erinnert, nie in Betrieb war und weitgehend unverändert geblieben ist. Sie sagte, dass sie sich in diesem Gebäude gesucht hat, aber was sie fand, war ein anderes Ich, ein Ich aus der Vergangenheit, ein Ich, das es nicht mehr gibt.

In dem Haus, in dem ich die ersten 12 Jahre meines Lebens aufgewachsen bin, hatte ich 20 Jahre nicht mehr gesehen. Das Haus neben der Kirche. Es gab in den letzten 20 Jahren keinen Grund dort hin zu fahren, ich habe den Ort nicht bewusst gemieden.

Am Wochenende sind wir an diesen Ort gefahren. Auf dem Weg erklärte ich den Kindern, dass mich die Erzählung der Musikerin auf diesen Gedanken gebracht hatte.
Ich zeigte den Kindern das Haus, zeigte auf das Fenster, das das Fenster meines Zimmers war. Ich sagte Dinge wie „Hier war das Wohnzimmer.“ und „Hier war das Elternschlafzimmer.“ und „Das Kirchengebäude sieht aus wie früher.“ und „Hier war unsere Terrasse.“ und sehr oft „Ist das alles klein.“

Wir sind zum Spielplatz hinter dem Haus gegangen. Ich habe ihnen das Haus gezeigt, in dem mein bester Freund wohnte. Und immer wieder der Gedanke, dass das alles so klein ist.

Meine Tochter fragte mich: „Mama, was hast du gefunden?“ Meine Antwort: „Nicht mich.“ Ich habe viele Erinnerungen gefunden und erzählte, die Geschichte mit der Blindschleiche und wie mich der Pastor dabei ertappte, wie ich die Blütenblätter der Mohnblume abgezupft hatte. Ich dachte an die Kirschbäume, auf die mein Vater geklettert war. An das Schlittenfahren.

Es war gut, an diesen Ort zu fahren, um zu sehen, wie klein das tatsächlich alles ist.

Lesenswert in diesem Zusammenhang ist die Geschichte vom Scheinriesen Herr Tur Tur.

Scheinriese