Vorbehalte gegen das Schulsystem #Einschulung

Angestoßen durch die Blogparade #Einschulung von mama-notes habe ich gestern die Gedanken, die mir dazu im Kopf kreisten, aufgeschrieben.

Ich glaube, dass das bestehende Schulsystem dem großen Teil der Kinder (und Eltern) gerecht wird. Probleme mit diesem System können entstehen, wenn Kinder nicht in ein bestimmtes Raster passen. Ein Lehrer/ eine Lehrerin, die sich um bis zu 30 Kinder kümmern muss, hat meines Erachtens schlichtweg keine Zeit, individuell auf jeden ihrer Schüler/ jede ihrer Schülerinnen einzugehen. Und das erst mal unbeachtet davon, wie sehr der Lehrer/ die Lehrerin bereit ist, sich einzubringen.

Wir haben unseren Sohn auf einer Montessori Schule angemeldet, weil wir davon ausgingen, dass hier ein besonderer Fokus auf die individuelle Persönlichkeit des Kindes gelegt wird. Dieser Meinung bin ich grundsätzlich immer noch.

Meine Erfahrungen zeigen, dass vieles vom Klassenlehrer/ von der Klassenlehrerin abhängig ist. Wenn der Lehrer/ die Lehrerin keinen Zugang zum Kind findet oder andersherum das Kind nicht zum Lehrer/ zur Lehrerin, hilft das schönste Schulkonzept nicht.

Durch meine Situation während des ersten Schuljahres meines Sohnes fallen meine Erfahrungen sehr hart aus. Ich habe mich offen gesagt in das Thema Schulprobleme total hineingesteigert. Das würde  mir heute nicht mehr passieren. Es gab Probleme mit seiner Lehrerin, das steht definitiv fest, aber das Ausmaß, die diese eingenommen haben, wurde durch meine Situation für mich fast ins uferlose gesteigert.

Mein Sohn ist immer gerne zur Schule gegangen. Er hat natürlich gemerkt, dass es Widrigkeiten gab, aber sie haben für ihn kein großes Problem dargestellt.

Im zweiten Schuljahr schlug die Klassenlehrerin vor, den schulpsychologischen Dienst einzuschalten. Wir waren einverstanden. Meine Hoffnung war, dass sie danach „locker lässt“. Der Schulpsychologe kam zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung meines Sohnes gut verläuft und es keine Anzeichen für Störungen jeglicher Art gibt. Er empfahl der Lehrerin, keinen Druck auf ihn auszuüben.

Für mich stand zu dem Zeitpunkt fest, dass mein Sohn die Klasse wechseln wird, wenn die Lehrerin nicht aufhören würde, mein Kind zu einem Problemfall zu machen. Den Gedanken des Klassen- und auch Schulwechsels hatte ich bis dahin oft durchgedacht, aber meinen Sohn ging es gut, er fühlte sich in seiner Klasse wohl. (Davon abgesehen ist so ein Wechsel nicht ohne weiteres möglich.)

Es war schließlich leider so, dass sie nicht locker ließ. Ich glaube, sie hatte sich ähnlich wie ich in dieses Thema verbissen und konnte einfach nicht aufhören.

Der Klassenwechsel ergab sich dann durch organisatorische Änderungen.

Es war für mich sehr schwer zu erleben, wie die Lehrerin ihn beurteilt hat. Vielleicht wäre ein früherer Klassenwechsel das richtige gewesen. Vielleicht sogar ein Schulwechsel. Ich weiß es nicht.

Als meine Tochter letztes Jahr an der gleichen Schule eingeschult wurde, war ich nicht mehr so unbekümmert wie bei meinem Sohn. Und nach dem ersten Gespräch mit ihrer Lehrerin wusste ich, dass ihr Schulstart auch nicht reibungslos sein wird. Aber mir war klar, dass ich bei anhaltenden Schwierigkeiten anders handeln würde, und ich vor allen Dingen viel schneller den Kontakt zum schulpsychologischen Dienst suchen würde. Der Schulpsychologe war eine sehr große Hilfe für mich! Meine Güte, was ich ihm alles erzählt habe, aber er hatte ein offenes Ohr für mich und hat meine Sorgen ernst genommen. Das hat mir gut getan.

Ich glaube, dass das Thema Grundschule inzwischen sehr aufgeladen ist. Es entsteht dann und wann der Anschein, als würde vom ‚Erfolg‘ des Grundschulbesuchs das ganze zukünftige Leben abhängen. (Dazu schreibe ich dann in ca. 15 Jahren einen Beitrag.)

Für meine Kinder hat mit dem Schulstart nicht der Ernst des Lebens begonnen. Ich denke aber, dass in einem gewissen Maß der Ernst meines Elternlebens begonnen hat. Die Schule ist eine verbindliche Sache. Es gibt eine Schulpflicht, die ich zwar grundsätzlich unterstütze, aber so bleibt mir und meinen Kindern keine Wahl. Bis zum Schuleintritt konnte ich bestimmen, jetzt hat die Schule ihre Finger mit im Spiel.

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