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Im Mai besuchte ich im Rahmen der phil.COLOGNE eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Ich bin kein Antisemit, aber …“. Der Titel bezieht sich auf das Buch „Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert“, dem eine Auswertung von 14.003 Zuschriften, die an den Zentralrat der Juden und die Israelische Botschaft in Deutschland gesendet wurden, zugrunde liegt. Eine Vielzahl dieser Zuschriften wurden mit dem Satz „Ich bin kein Antisemit, aber …“ eingeleitet.

Ich bin und bleibe ein naiver Gutmensch und so war es für mich schockierend zu hören, dass 20% der Deutschen eine antisemitische Haltung haben. Ich habe mir im nachhinein Dokumentationen angeschaut, um eine Ahnung davon zu bekommen, warum jeder fünfte in Deutschland ein Judenhasser ist. Es war nicht das erste Mal, dass ich mich mit dem Thema beschäftigt habe. Aber ich bin immer noch ahnungslos. Es gibt keine Antwort.

Michel Friedman, der an der Podiumsdiskussion teilnahm, hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich könnte versuchen, das wiederzugeben, was er sagte, aber ich weiß, es würde mir misslingen.

Seine Großeltern und seine Eltern wurden von Oskar Schindler gerettet, so dass er selber erfahren hat, zu was ein Mensch im Stande sein, welchen Unterschied ein Mensch machen kann. Eine Aussage wie „Ich kann nichts bewirken.“ ist und bleibt unzulässig.

Das führt zu der Fragen, was kann ich tun. Für mich gibt es keine Toleranz gegenüber Rassismus. Hass gegenüber Juden, Moslems, Behinderten, Homosexuelle und Flüchtlingen darf nicht unkommentiert bleiben. Ich habe weder Verständnis für den besorgten Bürger noch für Pegida-Mitläufer, auch nicht für Opa Kunze, dem auch keiner geholfen hat, und nicht für Tante Agathe, die selber gucken muss, wie sie über die Runden kommt.

PRO_ASYL

Ich habe Geld für Flüchtlinge gespendet und es fühlt sich für mich so an, als würde ich mich damit frei kaufen wollen. Ich habe Möbel, Spielzeug und Kleidung abgegeben und ich weiß, dass das nicht genug ist. Ich versuche meine Überzeugungen an meine Kinder weiterzugeben und hoffe, dass es ausreicht, um einen Unterschied in dieser Welt zu machen.

Ich bin Teil des Elternbeirats in der Kita. Wie es dazu kam? Es hat sich sonst niemand dazu bereit erklärt, das sechste erforderliche Mitglied zu werden. Das selbe Thema in der Schule. Sie dürfen drei Mal raten, wer dort zur Vorsitzenden der Elternpflegschaft gewählt wurde. Ich habe die Erfahrung gemacht, das alle eine Meinung haben, aber wenn es darum geht, sie zu vertreten, dann hat keiner was gesagt. Bevor ich Kinder hatte, habe ich das für mich auch komplett ausgeschlossen. Nie im Leben Elternvertreter sein. Dinge ändern sich und jetzt versuche ich, die Welt zu ändern, im ganz kleinen Stil.

In meinem Reply hat sich ein Tippfehler eingeschlichen, der mir erst jetzt aufgefallen ist. Natürlich soll es heißen: First we take the Elternbeirat, than we take the Weltherrschaft.

Heute ist die erste Sitzung des Elternbeirats und auf der Agenda steht auch der Punkt Flüchtlingshilfe: Was können unsere Kinder mit Unterstützung der ErzieherInnen und Eltern für Flüchtlinge tun?

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