#Mutterkörper – Mein Körper und ich – eine Geschichte voller Missverständnisse

Ich bin über einen Beitrag von Lareine auf Essential Unfairness auf diesen Blogroll von Das frühe Vogerl aufmerksam geworden.

Eigentlich muss ich an meiner ersten Hausarbeit schreiben (eventuell folgt hierzu mal ein Beitrag), aber offen gesagt, übe ich mich seit knapp einer Woche in der Kunst der Prokrastination.

Heute also ein Beitrag zum Thema „Mein Körper und ich – eine Geschichte voller Missverständnisse.“ Ich war nie ein besonders körperbetonter Mensch. Wie in fast allen Dingen habe ich eine sehr rationale Haltung zu meinem Körper. Ich habe Augen um zu schauen, Beine um zu gehen, Hände um zu greifen usw. Irgendwann bekam ich Brüste, aber wofür, das war mir irgendwie nicht ganz klar. Natürlich wusste ich, warum Frauen Brüste haben, aber für mich hatten sie keine Funktion, sie waren nicht nützlich. Aber sie waren halt da und das war okay.

In der Bravo (die bei uns Zuhause verboten war) studierte ich eines Tages die Fragen an das Dr. Sommer Team. Ich habe sie immer sehr gerne gelesen und an diesem Tag, habe ich etwas fürs Leben gelernt. Eine Leserfrage behandelte das Thema Hängebrüste. Ich weiß nicht mehr, wie die Frage genau lautete, aber es ging darum, wie man feststellen kann, ob man Hängebrüste hat. Die Empfehlung des Dr. Sommer Teams lautete, den Bleistift-Test durchzuführen. Die Durchführung ist so simpel wie einfach. Brust freimachen, Bleistift genau unter die Brust halten und den Stift los lassen. Fällt der Bleistift zu Boden, ist das Ergebnis negativ (= kein Hängebusen). Fällt der Bleistift nicht zu Boden, ist der Test bestanden. Das Ergebnis lautet klipp und klar: Hängebusen.

Ich hatte ja bereits in einem Beitrag geschrieben, dass ich sehr leistungsorientiert bin und so war meine Freude natürlich groß, dass ich diesen Test erfolgreich gemeistert hatte. Ich hatte ohne Zweifel Hängebrüste. Ich habe es zwar nie ausprobiert, aber ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich mehrere Bleistifte am Hinunterfallen hindern könnte. Alleine mit der Kraft meiner zwei Hängebrüste.

Es ist auch so, dass ich schon mit ungefähr 12 Jahren die ersten Schwangerschaftsstreifen hatte. Da ich ja zu diesem Zeitpunkt nie schwanger gewesen war, waren es im Grunde genommen Dehnungsstreifen. (Aber der Begriff Schwangerschaftsstreifen ist der geläufigste, obwohl auch Männer diese haben können.) Mit 14 oder 15 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich zunahm. Es müssen um die 15 kg gewesen sein. Mit 16 Jahren nahm ich diese plus 5 weitere kg mit einer Radikaldiät ab (= wenig essen und viel rauchen). Mein Bindegewebe dankte es mir, mit weiteren Schwangerschaftsstreifen. Und zwar an fast allen Körperteilen. An den Oberschenkeln, den Kniekehlen, dem Rücken, den Hüften, dem Bauch, den Brüsten und an den Oberarmen. Ich war zwar unzufrieden damit, aber ich fand mich ab.

Ich kann also sagen, dass ich schon 20 Jahre vor meiner ersten Schwangerschaft einen After-Baby-Body hatte. Also einen After-Baby-Body, der eher mit negativen Begriffen belegt ist. Ich hatte und habe Hängebrüste, Schwangerschaftsstreifen und auch Cellulite. Und ich hatte in diesen 20 Jahren gelernt, meinen Körper so zu akzeptieren (obwohl das auch Schwankungen unterliegt).

Durch die Schwangerschaften und durch meine Kinder hat sich sehr, sehr viel in meinem Leben geändert. Mit einer Ausnahme: Mein Körper sieht aus wie vorher. Mal etwas dicker, mal etwas dünner, aber ansonsten ganz der alte.

Trotz allem ist mir bewusst, dass der Druck auf Frauen in Hinsicht auf ihren Körper und das Thema Schwangerschaft wächst. Für alle, die sich dafür interessieren, ist das Video, auf das Lareine verlinkt, wärmsten zu empfehlen. Das Lachen ist mir nicht nur einmal im Halse stecken geblieben.

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3 Gedanken zu “#Mutterkörper – Mein Körper und ich – eine Geschichte voller Missverständnisse

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